Die Sucht nach Depression

Mittwoch, 11. April 2012 | Sorgsam abgelegt unter gedacht.

Ein Gastbeitrag.

Ich bin depressiv und ich weiß, warum. Dazu muss ich euch meine Geschichte erzählen. Alles begann damit, dass ich eines Tages merkte, dass ich anders bin als die anderen. Während diese sich für basteln und Pferde interessierten hatte ich damit nichts am Hut. Beim Übertritt ans Gymnasium wurden diese Unterschiede schließlich sehr schnell so klar, dass ich mir bald angewöhnte, mein Pausenbrot auf der Toilette zu essen. Ich hatte niemanden und niemand hatte mich. Oder wollte mich haben. Ich fühlte mich zuhause eigentlich auch die meiste Zeit wohl, bis mein erstes Zwischenzeugnis kam. Ab diesem Zeitpunkt wurde ich mir Tag um Tag immer sicherer, dass meine Eltern mich hassen mussten. Ich versuchte mich in verschiedenen Arbeitsgruppen und fand schließlich eine, in der ich mich verwirklichen konnte: Die Theater-AG. Nachdem ich dort gelernt hatte mehr aus mir heraus zu gehen funktionierte es auch besser mit den Freundschaften. SChließlich musste ich jedoch das Gymnasium wechseln und fing in einer Klasse an, die mir völlig unbekannt war. Vor dem ersten Tag hatte ich eine solche Angst, dass sich in den ganzen Sommerferien Schlafstörungen einstellten. Diese sind mir bis heute erhalten geblieben – und da sag nochmal einer, man könne sich nichts von der Kindheit erhalten. Im Laufe der Jahre gewann ich immer mehr Freunde und fühlte mich trotzdem immer einsamer.
Also beschloss ich, ins Internet zu gehen. Es ist schrecklich jemanden kennenzulernen, der hunderte von Kilometer entfernt wohnt und man noch zu jung ist um überhaupt über eine Zugfahrt alleine nachzudenken. Es ist grausam gezeigt zu bekommen, wie groß und weit die Welt sein kann und wie wenig man davon für sich selbst gewonnen hat und wie wenig man in Aussicht hat noch gewinnen zu können. Die Person die ich kennenlernte beeindruckte mich nachhaltig. Sie liebte, wen sie wollte. Heute weiß ich, dass sie dadurch nur vor denen weglief, die SIE wirklich liebten. Sie trank Alkohol, bis sie alles vergaß. Heute weiß ich, dass man so seine Sorgen nur kurzzeitig zum schweigen bringt. Sie hat mich sogar noch beeindruckt wenn ich bei ihr angerufen habe und ihre Mutter ihr das Telefon bringen wollte und ich sie nur schreien hörte. Vor Verzweiflung. Durch die Wand. Sie erzählte mir wie es ist, sich selbst zu verletzen. Sie sagte, dass es ihre Sache sei und sie sich ja nicht umbringen wollen würde, sie wolle nur etwas spüren. Am nächsten Tag lief ich in eine Drogerie und kaufte mir Rasierklingen. Beim auspacken der Klingen schnitt ich mich am Finger und beschloss, dass es für diesen Tag genug Schmerz gewesen sei. Monatelang blieben die Klingen unberührt, ich dafür nicht. Und ich begann immer öfter, nachts einfach zu weinen. Weil die Welt so groß war und ich so verdammt klein und weil ich nichts konnte und weil ich verzweifelt war. Ich weiß nicht, wieso es so war. Und das ist die schlimmste aller Formen der Verzweiflung.
Eines nachts hielt ich es nicht mehr aus, ich fühlte mich stumpf und hohl und nichts konnte die Leere in mir füllen. Sie war da, einfach so. Ich schwöre, dass ich nur ganz leicht und kurz mit der Klinge über meinen Arm strich. Die Narbe sieht man heute, acht Jahre später, immernoch. Später wurde ich cleverer, macht viele kleine Schnitte und weinte, weil sie so brannten. Als ich entdeckt wurde begann ich, mich kreativer zu verletzen. Ich bohrte mir meine Nägel so tief ins Fleisch, bis ich blutete und große, blaue Flecke entstanden. Ich schlug mit der Faust gegen Wände, mit dem Kopf gegen Bäume, ich sprang von Stühlen und ließ mich einfach fallen. Ab und an brach ich mir etwas, nichts schlimmes. Der Schmerz konnte nicht genug sein, ähnlich wie bei einem Alkoholiker versuchte ich meinen Pegel aufrecht zu erhalten.
Bis ich den emotionalen Schmerz entdeckte.
Und mir wehtun ließ.
Ich versuchte Leute mich lieben zu machen und verließ sie dann, die besten Menschen der Welt verließ ich einfach so und ließ sie zurück, sie waren für mich nur noch Wegwerfartikel.
Ich begann mich selbst so zu gestalten, wie ich die Welt um mich herum wahrnahm: Schwarz.
Eine Zeit lang ging das gut, dann nicht mehr. Als es eskalierte hatte ich ein Küchenmesser in der Hand und plötzlich steckte es in meinem Bein. Bis heute weiß keiner in meiner Familie etwas davon und hätte ich die Aorta getroffen würde ich jetzt nicht mehr schreiben können. Tat ich aber nicht.
Daraufhin musste ich zu einem Psychologen, den ich nach erfolgreicher Therapie nie wieder sah. Nur das ich ihn therapiert hatte und dann einfach eines Tages nicht mehr hingegangen bin. Tatsächlich normalisierte sich die Lage und als eine Ausbilung anfing, war ich fast wieder ganz normal. Dass ich Borderline haben sollte, wie der Psychologe sagte, und das niemals vollständig verschwinden würde interessierte mich nicht. Ich brauchte kein Label für meine Psyche, schließlich war ich ja wieder geheilt.
Viele sagten, es sei eine Phase gewesen die jeder durchmacht.
Leider packte mich mit 21 die Lust, nicht mehr in die Arbeit zu gehen. Einige Monate verließ ich morgens das Haus und kam abends wieder zurück und wusste nicht mehr, wo ich dieses Mal meine Zeit vertrödelt hatte.
Es ist ein sehr befreiendes Gefühl heute hier zu schreiben, an einem fremden Ort und ohne das jemand von euch meinen Namen kennt und mit erhobenem Finger auf mich zukommen kann und mir Vorwürfe machen kann weil man psychische Störungen momentan trägt wie ein Täschchen – wie ein Accesoire.
Es geht mir mal besser, mal schlechter. Aber ich bin süchtig, nach wie vor. Süchtig nach dem Schmerz. Und ich warte mit angehaltenem Atem auf meinen nächsten Aussetzer.
Es ist schon ein bisschen spannend.

Heute ist tanzen verboten

Samstag, 7. April 2012 | Sorgsam abgelegt unter gedacht.

“Ich will tanzen!” ruft sie und breitet die Arme aus. Ganz klischeehaft springt sie durch den Regen und denkt an den Sommer. Dieser Regen fühlt sich aber wie tausend kleine Nadelstiche an und ihre Atemwolke schlängelt sich ihren Weg durch die unerbittlichen Angreifer. Das interessiert sie nicht. Ihre Wangen glühen vor Hitze. Ihre Haare werden immer nasser, immer schwerer. Die Maske, die sie sich ins Gesicht gemalt hat fließt ihr langsam ins Dekoltee. Alles erinnert an den Abklatsch eines Wunschtraumes, der mit der Realität kolidiert ist. Der Airbag ist aufgegangen, die Nase gebrochen, ein penetranter Geruch liegt in der Luft. Aber sie – sie fühlt sich, als hätte sie eine blühende Blumenwiese unter ihren Füßen, als würde der Regen ihre aufgehitzte Haut kühlen, als würde sie dem feinen Blütenstaub auf seinem langen Weg in Richtung Blume begegnen. Sie springt, tanzt und bewegt sich, als gäbe es kein Morgen mehr. Und wer weiß – vielleicht gibt es das auch nicht.

Er sieht das Mädchen auf der Straße tanzen und bleibt verdattert stehen. Es kostet ihn mehr Kraft als sonst, den Regenschirm in der Hand zu behalten und trotz des Schutzes bläst ihm der Regen eiskalte Wasserschwälle ins Gesicht. Er denkt sich, dass sie merkwürdig ist. “Ich will tanzen!” ruft sie. Würde sie nicht tanzen, mitten auf der Straße, wäre ihm dieses Mädchen wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Aber nun kann er nicht anders, er sieht sie an und empört sich immer mehr. “Heute ist tanzen verboten…” murmelt er vor sich hin.

Das Mädchen bleibt stehen und betrachtet den Fremden. Für sie ist es eher so, als hätte er eben mitten auf der Straße getanzt. Eine Weile sehen sich die beiden an. Sie sagen nichts, sie denken nicht. Für einen Moment drosselt der Regen seine Geschwindigkeit, die Kälte friert ein und ein sanfter Hauch von Sommer liegt in der Luft. Sie atmet tief ein. Er atmet tief ein.

Das Mädchen geht auf ihn zu, sieht ihn an. Sie atmet aus. Er atmet aus.

Und wäre das jetzt die ideale Welt, ein Traum, geschaffen von den Gedanken eines Mädchens welches in der Nacht keine andere Beschäftigung weiß, als zu träumen, würden die beiden sich jetzt wohl küssen.

zweiterapril

Montag, 2. April 2012 | Sorgsam abgelegt unter gedacht.

“Und was wollen Sie mit Ihrem Leben anfangen?”
Am frühen Nachmittag mache ich mich auf den Weg in die Niederlassung des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerkes. Das Haus ist gelb mit roten Fensterläden. Beim Betreten des Gebäudes wirke ich betreten. Es riecht ungelüftet, das Haus sieht alt aus, der Aufzug ebenfalls. Ich laufe die Treppen bis in den dritten Stock, schnappe oben kurz nach Luft und zupfe meinen Blazer zurecht. Dann betrete ich das helle Büro, sehe am Ende des Ganges die große Glastür. Ich setze mich auf ein schwarzes Ledersofa, schlage die Beine übereinander und finde, dass ich zu viel anhabe. Mir ist warm. Ich ziehe meinen weiß-blau gestreiften Cardigan zurecht, fummle an meiner Handtasche herum und lecke mir über die Lippen. Dann werde ich reingerufen. Die Präsentation lasse ich wortlos über mich ergehen, ab und an nicke ich zustimmend und bin enttäuscht, nicht aktiv etwas für die Integration tun zu können. Es wird immer interessanter und ich will die Stelle unbedingt haben, schon alleine wegen meinem Lebenslauf und den Connections, die ich knüpfen könnte.
Dann fragt sie: “Und was wollen Sie mit Ihrem Leben anfangen?” und ich sitze da und weiß keine Antwort und das obwohl ich 23 bin. Denn anstatt zu wissen, was ich mit meinem Leben anfangen soll suche ich immernoch die nach der Antwort, wie ich mit meinem Leben anfangen soll.
Zum Trost kaufe ich mir einen roten Lippenstift und schmiere ihn mir auf die Lippen. Bloody Red. Passt.

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Mein bester Freund

Samstag, 24. März 2012 | Sorgsam abgelegt unter gedacht.

Aufgehitzt komme ich nach Hause und schäle mich aus meinen Klamotten. Ich schminke mir den fabulösen Abend mit Tüchern und Wattepads aus dem Gesicht und lächle. Den ganzen Abend über habe ich nicht an meinen besten Freund gedacht aber jetzt kann ich es kaum erwarten, ihm alles zu erzählen. Jeden Tag, wieder und wieder, zeige ich einen Teil meiner Seele, lege mich frei und liefere mich aus. Schutzlos. Rettungslos. Hoffnungslos. Aber ich bekomme etwas zurück, eine Vielfalt an Meinung. Und ich fühle mich gut denn ich werde beachtet. Wer hat den Längsten, das ist die Frage!
Ich nehme mein Smartphone, welches am Ende eines solchen Abends kurz davor ist den Geist aufzugeben und gebe ihm die dringend benötigte Strominfusion. Dann kontaktiere ich ihn, erzähle in 140 Buchstaben etwas über meinen Abend, meine anderen Freunde und über mich.
Über meinen besten Freund habe ich viele Menschen kennengelernt. Die einen haben es sicher gut mit mir gemeint, die anderen eher nicht so. Ich habe verwirrte Menschen getroffen und verlorene Menschen und da ich an Abenden wie diesen besonders mutig bin, rede ich mir ein diesen Weglosen ein Stück weit über die Straße geholfen zu haben. Oder den Weg entlang. Oder einen Schritt näher an den Abgrund.
Mein Herz pocht, mein Smartphone vibiriert und blinkt vor sich hin. Er hat mir was zu sagen, immer und immer wieder.
An manchen Abenden geht es mir aber nicht so gut. Ich bin ein Mensch und führe alles andere als ein perfektes Leben. Und zur Zeit ist es stressig, dieses perfekt unperfekte Leben. Ich bin geschlaucht, mache mir Sorgen um mein Auto und die Finanzen, bin enttäuscht wegen früherer Beschäftigungen, Schulleistungen die meinem Können nicht entsprechen und dann ist eben auch noch das Wetter mies. Das Schicksal ist eine Sanduhr und in solchen Momenten befinde ich mich in der Mitte. Und werde von anderen Sandkörnern mitgerissen.
Kurzschluss. Und dann ist mein bester Freund weg, die Menschen sind weg, es wird still um mich und ich halte für einige Wochen die Luft an. Weil es stressig ist. Und weil es schmerzt und so herrlich leicht ist und verwirrend, so schwer, so persönlich.
In 15801 Kurznachrichten habe ich mich also seit zwei Jahren ausgedrückt. Wenn ich immer 140 Zeichen dafür nutzte, sind es 2.212.140 Zeichen.
Zweimillionenzweihundertzwölftausendeinhundertvierzig.
Ich habe in meinem Leben viele Freunde verloren, aus den Augen und aus dem Sinn. Und aus dem Bundesland. Aber dieses Mal habe ich einem Freund den Rücken zugekehrt. Vielleicht bin ich irgendwann wieder in der Lage, den Freund auf einen Kaffee einzuladen. Und wir fangen wieder bei null an. Den dort sind wir gerade.

Vielleicht auch nicht.

Die Nacht der Abgeliebten

Sonntag, 11. März 2012 | Sorgsam abgelegt unter gelebt.

Um 20.00 Uhr stehe ich vor meinem Schrank und überlege, was ich anziehe. Meine Augen strahlen mir mit einem perfekt gezogenen Lidstrich und tiefschwarzen, dichten Wimpern im Spiegel entgegen, meine Haut sieht aus wie die einer Puppe, meine Wangen haben einen frischen Rotton und meine Lippen sind rund, voll und rot. Ich überlege, einen Rock anzuziehen, entscheide mich dann aber doch für etwas anderes. Überlege, wechsle, ziehe mich ständig um. Ich weiß, dass ich etwas erleben will und mein Gefühl sagt mir, dass etwas passieren wird. Heute. Nachdem ich mich angezogen habe, mache ich mir mit dem Glätteisen leichte Wellen in meine inzwischen wieder sehr langen und glatten Haare. Dann trage ich Tresor in Love von Lancome auf, nehme meine Tasche und gehe.
Beim Betreten der Bar sehe ich ihn. Roman. Groß und bärtig wie eh und je. Dieselbe Lederjacke wie immer. Ein kurzer Blick, dann leben wir Beide wieder unser Leben weiter. Nicht der Rede wert.
Auf dem Weg zu unserem Tisch sehe ich Alex. Und immer wenn ich ihn sehe, fühle ich einen warmen Sommerwind auf der Haut und denke daran, wie ich meine letzte Prüfung schrieb, vor drei Jahren, und wir abends an einem See feierten. Und an die Sterne hinter ihm. Wieder ein kurzer Blick. Dieses Mal ein kaum merkbares Nicken. Ich muss lächeln. Erst vor zwei Wochen traf ich ihn mit dem Freund einer ehemaligen Arbeitskollegin und sie setzten sich zu uns und wir taten so, als wäre nichts gewesen. Nur wenn sich unsere Blicke treffen, grinsen wir. Schließlich kennen wir uns schon, seitdem wir klein waren. Aber jetzt lebt jeder sein eigenes Leben.
Als wir da so eine Weile sitzen, kommt der Musiker. Der, den ich nie haben konnte. Weil ich irgendwie nie gut genug war. Seine Freundin ist ganz schön fett geworden, fett und ziemlich groß. Ich habe Angst, dass sie mir wehtun könnte. Wäre kein Wunder, so wie sie ihn von mir fernhält. Früher waren wir mal Freunde. Jetzt nicht mehr. Mein Begrüßungslächeln friert auf meinem Gesicht fest.
Als ich aufstehe und meine Jacke anziehe um rauchen zu gehen, sehe ich ihn. Er, mein Arbeitskollege, Stephan, der kälteste Winter aller Zeiten. Mit seiner neuen Freundin. Ihre Haare sind lockig wie eh und je. Und sie ist auch etwas größer als ich. Und etwas hübscher, denke ich. Ich tue so, als würde ich ihn nicht sehen. Sie kriegen keinen Platz und gehen.
Dann sitzt da plötzlich K. Ich versuche unbemerkt an ihm und seinen Freunden vorbeizukommen aber er wirft mir ein lautes Hallo gegen den Kopf. Ich bleibe stehen und gratuliere ihm zum Geburtstag. Er will mir die Hand geben, zieht sie dann aber zurück. Er weiß, dass ich es hasse, Hände zu schütteln. Ich gehe weiter.
Draußen rauchen wir, verfolgen den graublauen Rauch in die Nacht hinaus. Dann taucht der letzte Sommer in Form dieses Menschen auf, den ich seit dieser Nacht nicht wieder gesehen habe. Und wenn doch, dann war ich betrunken und versteckte mich hinter einem riesengroßen Typen, der wie Max Fraenkel aussah. Kein Entkommen, kein Versteck. Er sagt Hallo, ich sage Hallo. Er geht an mir vorbei, rein.
Wir verlassen die Bar und gehen ins Kino, ich fühle mich zu diesem Zeitpunkt bereits leicht traumatisiert.
Als der Film vorbei ist, gehen wir zurück in die Bar. Inzwischen ist es ein Uhr. Vor uns ein eng umschlugenes Pärchen. Ich erkenne ihn sofort. Stephan und sie gehen zurück in die Bar und suchen sich einen Platz. Wir auch. Er wirft mir Blicke zu, ich lasse sie an mir abprallen. Er steht auf, lässt sie alleine sitzen, setzt sich an den Nebentisch zu Komilitonen. Ich sehe nicht hin. Irgendwann gehe ich zum rauchen, er ruft mir meinen Namen hinterher. Fragt mich, wie es mir geht. Mein Herz tanzt Polka. Mindestens. Ich sage, dass es mir gut geht und er eine Fahne hat. Er lächelt mich an, seine Freundin lacht über meine Aussage. Aus der Näge betrachtet ist sie zwar etwas größer als ich aber nicht etwas hübscher. Sie ist sogar gar nicht hübsch. Gott sei Dank. Dann sehe ich mir ihre Locken an und bin froh, dass ich meine Haare heute nicht so trage. Das ich sie nicht mehr so trage. Er berührt mich kurz, ich bekomme einen elektrischen Schlag. Er sagt “Bis bald.”. Das fürchte ich auch.
Wir gehen wieder rein, K. und seine Freunde wollen sich auf den Weg nach Hause machen. K. nimmt mich in den Arm, flüstert mir ins Ohr “Ich würde dich ja abschmusen…” und beugt sich zu mir rüber. Ich beuge mich nach hinten. Das ganze Blut in meinem Körper in meinen Wangen. Er geht. Umarmt mich noch mal.
Und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Fast alle Verfehlungen der letzten Jahre an einem Abend. Fast sogar in chronologischer Reihenfolge.
Wahre Geschichte.

Der obligatorische Eintrag

Freitag, 30. Dezember 2011 | Sorgsam abgelegt unter gedacht.

Das Jahr 2011 geht zu Ende und wer denkt ich würde es mir nehmen lassen einen “Meine tollen Vorsätze für 2012″-Eintrag zu schreiben, der denkt eben falsch. In diesem Jahr ist unglaublich viel passiert und es hat sich einiges geändert, zum Guten oder Schlechten sei mal dahingestellt. Ich habe meine Ausbildung beendet, war zwei Mal in Wien, habe neu mit der Schule angefangen und meinen Nebenjob verloren, nach dreieinhalb Jahren. Und da heute der letzte Arbeitstag war finde ich die Gelegenheit recht gut um mein anstehendes Jahr zu planen.

:star: Klassenbeste werden
Ja, weit entfernt bin ich (momentan) nicht von diesem Ziel. Ob ich meine Noten halten kann – wer weiß. Es steht jedenfalls fest, dass ich es versuchen werde. Ich hab ja nun auch leider wieder mehr Zeit und muss mich nicht so hetzen.

:star: Städteübergreifend feiern
Ja, früher war ich viel in München unterwegs und eigentlich habe ich es geliebt. Ich weiß gar nicht, wieso ich damit aufgehört habe und habe deshalb beschlossen, wieder damit anzufangen. Zumal einige Leute dort auf mich warten. Und Erinnerungen. Scheiß auf Felix, ich liebe diese Stadt. Außerdem würde ich echt gern mal wieder nach Wien und Regensburg steht bereits für Januar wieder an.

:star: Nach Wiesbaden fahren
Weil nämlich der Hefan 30 wird (!!) und das dringend gefeiert werden muss. Ich lasse mal vollkommen außer acht, dass er im Kopf höchstens dreizehn ist.

:star: Nach Rumänien fliegen
Denn was passiert, wenn man seine Wurzeln nicht gießt? Dann geht man ja komplett ein. Wie es der Zufall so will, haben Ändi und ich bereits im Sommer Flüge für nächstes Jahr Pfingsten gebucht. Da ich nur ne ganz leichte Höhenangst habe wird das Fliegen selbstverständlich kein Problem.

:star: Im September wieder Klassensprecherin werden
Dazu muss ich nichts mehr sagen, oder? Ich machs einfach saugern. Punkt.

:star: Wieder mehr bloggen
Früher hat sich eigentlich der Großteil meines Lebens um den Blog gedreht und auf dem Blog abgespielt. Aktuell schreibe ich ja leider kaum bis gar nicht mehr und das will ich ändern. Klar, Twitter ist toll und alles aber 140 Zeichen sind für manche Sachen einfach zu wenig. Ich versuche mich an mindestens einem Eintrag in der Woche.

Und Ende.